Aktuelles - Newsletter September 2014

Informationen aus dem Netzwerk


Highlight 2014 – der internationale Begabungsförderungskongress in Brugg!

750 Lehr- und Fachpersonen aller Bildungsstufen, Forschende sowie Vertretungen aus Bildungsverwaltung und Politik fanden den Weg auf den Campus der Pädagogischen Hochschule der FHNW zum Internationalen Kongress, der bisher abwechselnd in Münster (D) und Salzburg (A) stattgefunden hatte und heuer erstmals in der Schweiz durchgeführt wurde. Victor Müller-Oppliger, Initiator und Hauptorganisator des Kongresses, kann auf einen sehr gut besuchten, hochdotierten und in allen Teilen erfolgreichen Kongress zurückblicken. Entsprechend dankten ihm an der Eröffnungsveranstaltung sowohl Christoph Eymann, Präsident der Erziehungsdirektorenkonferenz EDK, als auch Hermann Forneck, Rektor der Pädagogischen Hochschule, die den Kongress beherbergte. Die Themenpfade des Kongresses zur Identifikation von Begabungen, zur Konzeption von leistungsdifferenzierenden Lernarrangements für Schüler/innen, zum Coaching und Mentoring Begabter sowie zur Schulentwicklung waren treffend ausgewählt und die vier Hauptreferate, fünf Parallelvorträge und über 60 Workshops gaben einen umfassenden Einblick in Forschung und Praxis der Begabungs- und Begabtenförderung.

Wer den Kongress verpasst hat oder nochmals eintauchen will, findet Downloads zu den Präsentationen und Workshops sowie eine Photodokumentation auf der Website
→ www.begabungsfoerderungkongress.ch

 


Aus den Kantonen


ChagALL – Förderprogramm für begabte jugendliche Migrantinnen und Migranten

Zu viele begabte Jugendliche mit sozio-ökonomischer Benachteiligung und Migrationshintergrund gelangen trotz genügendem Potenzial und vorhandenem Willen nicht in weiterführende Schulen. Das Programm ChagALL (Chancengerechtigkeit durch Arbeit an der Lern-Laufbahn) unterstützt seit 2008 begabte und lernwillige Migrantinnen und Migranten im Kanton Zürich beim Erreichen dieser schulischen Ziele. Durch fachliche und persönliche Förderung werden sie auf die Aufnahmeprüfung und das Weiterkommen an einer Mittelschule vorbereitet.
Das Förderprogramm besteht aus drei Teilen: Das Trainingsprogramm (1) und Herzstück von ChagALL ist in drei Phasen aufgeteilt, nämlich die Rekrutierung der Schülerinnen und Schüler in den 2. Sekundarklassen, individualisiertes Training in den Fächern Deutsch, Französisch und Mathematik sowie Persönlichkeitstraining am Mittwochnachmittag und Samstagvormittag und eine Abschlussfeier mit Diplomübergabe. Das Training wird ergänzt durch ein den Zugang zur Mittelschule festigendes Begleitprogramm (2). Es besteht aus einem obligatorischen, individualisierten Coaching während der Probezeit und sporadischen Gruppentreffen sowie Einzelgesprächen bis zum Ende der Mittelschulzeit. Schliesslich wird das Programm evaluiert (3) und der Evaluator, Prof. Dr. Urs Moser, Universität Zürich, attestiert dem Programm hohe Wirksamkeit.
ChagALL unterstützt nun auch über den Kanton Zürich hinaus Schweizer Mittel- und Berufsmittelschulen, die das Förderprogramm einführen möchten. Erstkontakte über die Geschäftsstelle chagall.ch: Fredy Züllig und Dorothea Baumgartner.

Mit der Talentia Zug die Mikroskopie oder die Faszination der Symmetrie entdecken

Die private Schule Talentia in Zug bietet im Schuljahr 2014/15 Workshops zu unterschiedlichen Themen an. Sie finden jeweils am Samstagmorgen zwischen 9 und 12 Uhr statt und eignen sich für Kinder der 2. bis 5. Primarklasse. Die ersten drei Themen sind bereits bekannt:
- 27. September 2014: «Mikroskopie – lerne die Welt im Kleinen kennen»;
- 8. November 2014: «Symmetrie – Grundlage vieler Wissenschaften»;
- 17. Januar 2015: «Kunstmalerei – gestalte dein eigenes Kunstbild».
Weitere Daten sind der 14. März 2015 und der 9. Mai 2015.
Informationen und Anmeldung unter → www.talentia.ch.

Schreib-Workshop für Kinder von 9–12 Jahren, Basel, 19. November 2014

Dieser Workshop wird vom Zentrum für Entwicklungs- und Persönlichkeitsdiagnostik an der Universität Basel (ZEPD) in Zusammenarbeit mit Svenja Herrmann von «Schreibstrom» angeboten und findet an der Missionsstrasse 62 in Basel statt. Beim Erfinden von Hauptfiguren und beim Ausdenken von kniffligen und abenteuerlichen Situationen können die teilnehmenden Kinder ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Sie haben im Workshop aber auch die Möglichkeit sich über ihre Ideen sowie ihre eigenen Stärken und Schwächen auszutauschen.
Mehr Informationen unter → www.zepd.unibas.ch.

 


 

Von andern Organisationen


7. LISSA-Preis: 6 neue Preisträgerschulen bekannt

Zu Beginn des oben beschriebenen Kongresses fand in Brugg die feierliche und lebendige Verleihung des 7. LISSA-Preises statt. Umrahmt von Darbietungen des Slampoeten Simon Libsig und des Saxophon-Quartetts der Kantonsschule Wettingen und begleitet von Philip Hürlimann sowie Regula Haag von der Stiftung für hochbegabte Kinder, konnten die Preisträger, vertreten durch Schulleitungen, Lehrpersonen sowie Schülerinnen und Schüler, ihre Preise entgegennehmen. Kommentiert und begründet wurde die Auszeichnung der Projekte jeweils von einem Jury-Mitglied.
Der erste Preis geht in den Kanton Aargau nach Rottenschwil (Kindergarten und Primarschule). Den zweiten Preis vergab die Jury drei Mal: an die Primarschule Hedingen (ZH) und die Primar- und Sekundarschule Uttwil (TG) sowie die private GrundacherSchule in Sarnen (OW). Den dritten Preis erhielt die Primarschule Aesch und den Sonderpreis das Gymnasium Oberwil (beide BL).
Weitere Einzelheiten, Portraits der ausgezeichneten Projekte und Rückmeldungen der Jury sind zu finden auf der Website des LISSA-Preises → www.lissa-preis.ch

Vorankündigung: Symposium Begabung Zug am 21. März 2015

In Bereichen wie Sport, Musik oder Beruf sind hohe Leistungen anerkannt und gefordert. In der Schule aber gilt hohe Leistung oft als uncool, verdächtig, asozial... Dem will das Symposium an der Pädagogischen Hochschule Zug einen anderen Akzent entgegensetzen. Unter dem Motto «Zur Leistung begeistern – begeistert leisten» beginnt die Tagung mit einem Podium unter der Leitung von Cornelia Kazis (Journalistin, Moderatorin, Autorin), gefolgt von einem Inputreferat von Prof. Victor Müller-Oppliger (PH FHNW). Am Nachmittag laden «Denkinseln» zur kooperativen Bearbeitung des Tagungsthemas unter verschiedenen Aspekten ein. Anschliessend zeigt Marietheres Purtschert auf, wie es der Schule Rickenbach (SZ), LISSA-Preisträgerin 2008 und 2012, gelingt, ihre Kinder zur Leistung zu begeistern.
Weitere Informationen sind unterwww.symposium-begabung.phzg.ch zugänglich.

 


 

International


Interdisziplinäre Fachtagung Hochbegabung in Mainz, 11. Oktober 2014

Die Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind beziehungsweise deren Regionalverein Rheinland-Pfalz/Saarland lädt zu einer Fachtagung mit Referaten und Workshops ein. Dipl. Psych. Thomas Eckerle (IGL/Hochbegabtenhilfe) spricht zur «Inklusion schwieriger Kinder – Begabtenförderung im Regelunterricht», Dr. Tanja Gabriele Baudson (Uni Trier) stellt Mythen und Fakten zu Hochbegabten zur Diskussion und Dr. Sebastian Renger (DZBF Hannover) referiert über «Begabungsbegleitung – Verstehen statt Erwarten». In neun dreistündigen Workshops können viele Themen vertieft bearbeitet werden.
→ Tagungsflyer (PDF)

Für langfristig Planende: 5. Münsterscher Bildungskongress, 9.-12. September 2015

An der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster findet im kommenden Herbst der 5. Bildungskongress statt. Unter dem Titel «Potentialentwicklung. Begabungsförderung. Bildung der Vielfalt» kündigt das Kongressteam die Veranstaltung an und macht bekannt, dass erstmals ein Call for Papers erfolgen wird, der (Nachwuchs-)Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wie auch Praktikerinnen und Praktiker einladen soll, sich für einen Beitrag zu bewerben. Die Anmeldephase startet voraussichtlich im Oktober 2014, Ungeduldige können jedoch bereits vorab ihr Interesse kund tun → http://icbfkongress.de/.

 


 

 

Publikationshinweis


High Ability Studies 1/2014

Rechtzeitig zum Internationalen Begabungsförderungskongress in Brugg wartete das ECHA-Journal mit einer Spezialausgabe auf zur Bedeutung von Lernumgebungen für die Begabungsförderung. Im Editorial plädieren Albert Ziegler, Elena L. Grigorenko und Bettina Harder für einen fundamentalen Perspektivenwechsel. Viele Begabungskonzeptionen betonen zwar die Rolle der Umwelt für die Talententwicklung, sehen Begabung aber gleichwohl als individuelles Merkmal. Demgegenüber seien Umwelt und Lernumgebungen vielmehr als integraler Bestandteil dessen zu sehen, was Begabung tatsächlich ist. In diesem Sinne versammelt die Spezialausgabe Beiträge, welche die Relevanz der Lernumgebung aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten. Die ersten drei Beiträge basieren auf empirischen Studien. Heidrun Stöger, Julia Steinbach, Stefanie Obergriesser und Benjamin Matthes fragen, ob individuelle Merkmale oder die Lernumgebung wichtiger seien für Fünftklässler, wenn es um die Transformation von Potential in Leistung geht. Sascha Hein, Mei Tan, Abdullah Aljughaiman und Elena L. Grigorenko beschreiben häusliche Einflussfaktoren auf die Begabungsförderung in Saudi Arabien. Albert Ziegler, Heidrun Stöger, Bettina Harder u.a. zeigen – geschlechterdifferenziert – den Stellenwert des Aktiotops für die Leistungsentwicklung und das Leistungsselbstvertrauen auf. Die andern beiden Beiträge betreffen Implikationen der Forschung für die Schulentwicklung. Ronald A. Beghetto und James C. Kaufmann erläutern, wie Lernumgebungen im Klassenraum gestaltet werden können, die sich zur Förderung von Kreativität eignen. Im Beitrag von Jacob Hardesty, Jenna McWilliams und Jonathan A. Plucker geht es um Möglichkeiten mittels elektronischer Medien die Leistungshindernisse, denen benachteiligte Jugendliche begegnen, zu verkleinern.

 


Redaktionsschluss für den nächsten Newsletter ist am 12. Dezember 2014.
Beiträge bitte bis zu diesem Datum an die unten stehenden Adressen senden. Danke!



Wir wünschen allen Netzwerk-Mitgliedern einen einen schönen Altweibersommer


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Andrea Jossen und Silvia Grossenbacher



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