Aktuelles - Newsletter Dezember 2014

Informationen aus dem Netzwerk


Netzwerk-Tagung 2015 zu überfachlichen Kompetenzen und Begabungsförderung

Nachdem das Netzwerk Begabungsförderung im zu Ende gehenden Jahr auf eine eigene Tagung verzichtet hat, weil der internationale Kongress zur Begabungs- und Begabtenförderung erstmals in der Schweiz stattfand, wird das Netzwerk seine Tradition der Herbst-Tagungen im kommenden Jahr wieder aufnehmen. Vorgesehen ist, die überfachlichen Kompetenzen ins Zentrum zu stellen. Sie spielen im Lehrplan 21 eine wichtige Rolle, lassen aber viele Fragen offen. Wir werden uns aus der Sicht der Begabungsförderung mit dem Thema befassen.
Die Tagung findet wie üblich an einem Samstag statt (24. oder 31. Oktober oder 7. November 2015). Im März-Newsletter werden wir Genaueres berichten können.


Aus den Kantonen


«Kreativität – Lernen für die Welt von morgen»

So lautet der Titel einer Tagung zur Begabungs- und Begabtenförderung, die in St. Gallen am Samstag, 2. Mai 2015, stattfinden wird. Mit dem Grundauftrag der Volksschule, alle Kinder zu fördern, ist auch die Aufgabe verbunden, Begabungen in den unterschiedlichsten Bereichen zu erkennen und zur Entfaltung zu bringen. An der gemeinsam von Bildungsdepartement St. Gallen und den Pädagogischen Hochschulen St. Gallen und Graubünden vorbereiteten Tagung können die Teilnehmenden ihr Wissen um die Bedeutung von Kreativität für das Lernen erweitern und im Rahmen von fach- und stufenspezifischen Workshops praxisnahe Umsetzungsmöglichkeiten kennenlernen. Zwei Referate zeigen auf, welche Herausforderungen in der Welt von morgen warten und welchen Beitrag Kreativität und divergentes Denken leisten können, um ihnen angemessen zu begegnen.
Weitere Informationen: → www.schule.sg.ch/home/volksschule/weiterbildung.html


Von andern Organisationen


Stiftung für hochbegabte Kinder präsentiert ihre Homepage auf Französisch
Wer einen Blick auf die Homepage der Stiftung wirft, stellt fest, dass sich diese neuerdings auch in französischer Sprache lesen lässt. Damit werden die Angebote der Stiftung – insbesondere die Anlaufstelle (centre d’écoute) – auch für Ratsuchende aus dem französischsprachigen Landesteil zugänglich. Hilfreich ist die Übersetzung des Glossars.
Probieren Sie es aus: Klicken Sie auf → www.hochbegabt.ch im Menu oben rechts auf «Fr».

Symposium Begabung «Zur Leistung begeistern – begeistert leisten»
Unter diesem Motto findet das 10. Symposium Begabung am Samstag, 21. März 2015, an der Pädagogischen Hochschule in Zug statt. Im Zentrum steht die Frage, wie es gelingen kann, junge Menschen in der Schule – ähnlich wie in den Bereichen Sport und Musik – zur Leistung zu begeistern?
Zu Beginn der Tagung berichten erfolgreiche junge Personen und ihre Mentorinnen und Mentoren von ihrer Begeisterung, ihren Erfolgserlebnissen und ihren Rückschlägen in ihren Begabungsgebieten Musik, Sport, Schule oder Beruf. Moderiert wird das Podium von Cornelia Kazis, Redakteurin bei SRF 1 und 2.
«Brückenschläge und Übergänge zum Unterricht – Entsprechungen, Widersprüche, Verstärkungen» lautet der Titel des Inputreferats von Prof. Victor Müller-Oppliger, Pädagogische Hochschule FHNW. Nach der Mittagspause können sich die Teilnehmenden an fünf «Denkinseln» mit einem Thema ihrer Wahl vertieft auseinanderzusetzen. Abgerundet wird die Tagung mit einem Referat von Marietheres Purtschert (LISSA-Preisträgerschule Rickenbach SZ). Sie zeigt auf, wie es einer innovativen Schule gelingt, ihre Kinder zur Leistung zu begeistern.
Das Symposium richtet sich an Lehrpersonen aller Stufen, Schulleitungen, Fachpersonen der Begabungs- und Begabtenförderung sowie an Mitglieder von Schulbehörden. Weitere Informationen, Programm und Anmeldeformular sind zu finden unter: www.symposium-begabung.phzg.ch. Gruppenanmeldungen (Schulgemeinden) erzielen eine Vergünstigung auf den Tagungsbeitrag: Ab 5 Personen beträgt die Reduktion CHF 10 pro Person und ab 10 Personen CHF 20 pro Person. Auch Studierende des CAS IBBF oder MAS IBBF profitieren von einem um CHF 40 reduzierten Tagungsbeitrag (bei der Anmeldung vermerken).


International


Call for Papers für den 5. Münsterschen Bildungskongress im Herbst 2015
Der Kongress findet vom 9.-12. September 2015 an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster statt mit dem Titel «Potentialentwicklung. Begabungsförderung. Bildung der Vielfalt». Derzeit läuft der Call for Papers. Er lädt (Nachwuchs-)Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wie auch Praktikerinnen und Praktiker ein, sich für einen Beitrag zu bewerben. Zur Verfügung stehen die Formate Vortrag, Workshop, Poster sowie Symposium. Die Ausschreibung läuft bis zum 28. Februar 2015.
Weitere Informationen sowie die nötigen Unterlagen finden sich unter: → http://icbfkongress.de.
Unter dem gleichen Link ist auch bereits die Anmeldung zum Kongress möglich.

Vorankündigung: Talents in Motion – Encouraging the Gifted in the Context of Migration and Intercultural Exchange
Einen in allen europäischen Ländern aktuellen Themenkomplex greift die ECHA in breiter Zusammenarbeit im Jahr 2016 auf: Begabungsförderung und Migration. Aus unterschiedlichen fachlichen Perspektiven wird sich die 15. ECHA-Konferenz vom 2.-5. März 2016 in Wien damit befassen. Erste Keynote-Speakers sind bereits bekannt: Robert Sternberg (Oklahoma State University), Clemens Sedmak (King’s College London), Heinz Fassmann (Universität Wien), Margrit Stamm (Universität Fribourg) und Thomas Trautmann (Universität Hamburg).
Die Einladung, laufend aktualisierte Details und die Möglichkeit zur Voranmeldung sind zu finden unter: www.echa2016.info/.



   

Publikationshinweis


Neue Karg-Hefte zu «Begabung und Traditionen» und «Begabungsförderung in der Sekundarstufe»
Die Ausgabe 06 der Karg-Hefte will dazu anregen, sich die eigenen handlungsleitenden Werte in der Begabungsförderung bewusst zu machen und kritisch zu hinterfragen. Hervorgehoben werden sollen hier zwei Beiträge.
Armin Hackl (eVOCATIOn) thematisiert das Wertesystem einer personorientierten Begabungsförderung. Den Hintergrund bildet ein Verständnis der Person in ihrer Einmaligkeit, die über die Autorenschaft für das eigene als Prozess begriffene Leben verfügt und sich verbunden und im Austausch mit anderen weiter entwickelt. Als zentrale Werte gelten Selbstbestimmung, Beteiligung, Verantwortung und mehrdimensionale Leistung zu denen die Haltungskultur einer personorientierten Schule hinführen soll, die ihrerseits geprägt ist durch Förderung, Stärkenorientierung, Anerkennung, Begleitung und Orientierung.
Der Beitrag von Tanja Gabriele Baudson (Universität Trier) ist standardisierten Tests und individueller Förderung gewidmet und geht der Frage nach, ob sich diesbezüglich unversöhnliche Gegensätze auftun oder unnötige Grabenkämpfe ausgefochten werden. Der Rückblick auf die Entstehungshintergründe der IQ-Testung endet in der Frage nach deren Aussagekraft und differentiellen Validität und führt die Autorin zur Gegenüberstellung eines selektionsorientierten und eines förderungsorientierten Paradigmas. In Anlehnung an David Yun Dai expliziert Baudson drei normative Spannungsfelder (Expertise vs. Kreativität, Hochbegabtenförderung vs. Talententwicklung, Exzellenz vs. Fairness) und plädiert für eine spannungsfeldübergreifende Kommunikation.
Die Ausgabe 07 der Karg-Hefte ist der PULSS-Studie zur Untersuchung der gymnasialen Begabtenklassen in Bayern und Baden-Württemberg gewidmet. Wolfgang Schneider, Franzis Preckel und Eva Stumpf geben einen Überblick über Grundlagen, Methoden und Ergebnisse der Studie, deren Ziel es war, die Effektivität verschiedener didaktischer und organisatorischer Massnahmen für schulische Leistung zu bestimmen wie sie bspw. in der Einrichtung spezieller Begabtenklassen realisiert sind. Erstmals wurde dabei auch die sozial-emotionale Entwicklung Hochbegabter erfasst. Es zeigte sich, dass Kinder und Jugendliche in Hochbegabtenklassen im Vergleich zu überdurchschnittlich Begabten in Regelklassen Leistungsvorsprünge aufweisen. Auch unter dem Aspekt der sozial-emotionalen Entwicklung bewährt sich das Modell der Begabtenklassen, wobei hier grosse Ähnlichkeiten zu den Vergleichsgruppen in Regelklassen bestehen.

High Ability Studies 2/2014
In der neuen Ausgabe des ECHA-Journals vergleichen Bettina Harder, Wilma Vialle und Albert Ziegler vier Modelle (IQ-, Leistungsexzellenz-, Moderator- sowie systemisches Modell) auf ihre Vorhersage- und Erklärungskraft. Während sich das IQ-Modell sowohl bezüglich Vorhersage- wie auch Erklärungskraft als den andern Ansätzen unterlegen erwies, schnitten das Leistungsexzellenzmodell bezüglich Vorhersagekraft und das Moderatormodell sowie das systemische Modell bezüglich Erklärungskraft am besten ab.
Adrian Furnham und Chun Wu untersuchten 155 chinesische Elternpaare (hohes Bildungsniveau, städtisches Umfeld) darauf hin, wie sie die eigene(n) Intelligenz(en) und jene ihres Partners bzw. ihres einzigen Kindes einschätzen. Dabei schätzten sich die untersuchten Männer in fast allen Intelligenzbereichen höher ein als ihre Frauen und die Eltern schrieben ihren Kindern höhere allgemeine sowie sprachliche und musikalische Intelligenz zu als sich selbst, sich selbst dagegen attestierten sie höhere existenzielle Intelligenz als ihren Kindern. Väter und Mütter unterschieden sich nicht in ihrer Einschätzung und machten keinen Unterschied zwischen Töchtern und Söhnen. In dem Sinne konnte kein «Kleiner-Kaiser-Effekt» nachgewiesen werden.
Eine Forschungsgruppe aus Israel untersuchte den Zusammenhang von Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit sowie allgemeiner Intelligenz und Exzellenz in Mathematik. Sie fanden, dass Lernende mit hoher allgemeiner Intelligenz und mathematischer Leistungsfähigkeit über eine höhere Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit verfügen als andere. Ebenso konnten Geschlechterunterschiede bezüglich einiger Aufgabenformate nachgewiesen werden.
Eine portugiesische Forschungsgruppe befragte 33 exzellente Studierende der Ingenieurwissenschaften über ihre Lern- und Karrierewege.


Redaktionsschluss für den ersten Newsletter 2015 ist am 13. März 2015.
Beiträge bitte bis zu diesem Datum an die unten stehenden Adressen senden. Danke!


Wir wünschen allen Netzwerk-Mitgliedern frohe Festtage!


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Andrea Jossen und Silvia Grossenbacher



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