Aktuelles - aktuelle Tagung
Gemeinsame Tagung des Netzwerks Begabungsförderung und des LISSA-Preises

Verschiedene Lernorte in der Begabungsförderung: Vernetzt Lernen auf der Sekundarstufe I

Samstag, 17. November 2018, 9.30 - 15.30 Uhr
Pädagogische Hochschule Luzern
, Frohburgstrasse 3, 6002 Luzern (→ Lageplan)

Eine Förderung entsprechend der Möglichkeiten der Kinder und Jugendlichen ist in allen Schulstufen das vorrangige Ziel. Gerade auf der Sekundarstufe I stellen die Aufteilung in verschiedene Schulzüge und die Heterogenität der Klassen besonders herausfordernde Bedingungen dar. Umso wichtiger ist es, Lernmöglichkeiten passend zu den individuellen Potentialen der Schülerinnen und Schüler zu gestalten und differenzierte Lernanlässe zu ermöglichen. Wie können Schulen den Regelunterricht ergänzen und welche Faktoren müssen hierbei berücksichtigt werden? Und welche Optionen für neue anregende Lernumgebungen ergeben sich durch die Digitalisierung?

Diese und weitere Fragestellungen werden aus verschiedenen Perspektiven in den Referaten am Morgen aufgegriffen:

Im anschliessenden Gespräch unter der Leitung von Urs Wilhelm (stv. Sektionsleiter Organisation, Kanton Aargau) tauschen sich die Referierenden unter Einbezug des Publikums aus.

Am Nachmittag erhalten die Tagungsteilnehmenden in verschiedenen Ateliers Impulse für die eigene Unterrichtsgestaltung, lernen Beispiele guter Praxis kennen und können Erfahrungen austauschen. Die Ateliers sind auf Teilnehmende aus verschiedener Stufen des Bildungswesens (Primarstufe, Sekundarstufen I und II) ausgerichtet. Neben der Begabungsförderung innerhalb der Schule (Robotik im Klassenzimmer) werden auch alternative Fördermöglichkeiten präsentiert (Service Learning, ganzheitliches Lernen). Zwei Sekundarschulen ermöglichen Ihnen einen spannenden Einblick in die Praxis vor Ort.

Bei Ihrer Ankunft und während der Mittagspause erhalten Sie darüber hinaus die Möglichkeit, im Sinne des Tagungsthemas, selbst einige digitale und interaktive Spielereien auszuprobieren.

Tagungsflyer (PDF)

Ablauf

ab 9.00 Uhr

Einschreibung, Empfangskaffee und erste Einblicke ins Tagungsthema
9.30 Uhr 

Begrüssung durch die Organisatorinnen Ramona Meier (Netzwerk Begabungsförderung)
und Regula Haag (LISSA-Preis)

9.40 Uhr
Prof. Victor Müller-Oppliger – Breitbandpotientiale treffen auf Schmalspurprogramme – Begabungsförderung in der lernenden Geminschaft… und darüber hinaus!
→ Referat 1
10.30 Uhr

Pause

10.50 Uhr
Prof. Dr. Domink Petko – Digitale Spiele als Experimentierfeld für komplexes Denken:
Kriteriengeleitete Auswahl und didaktische Einbettung
→ Referat 2
11.45 Uhr Podiumsdiskussion mit den Referenten unter der Leitung von Urs Wilhelm

12.30 Uhr

Mittagessen Mensa
14.00 Uhr Robotik - Wenn Ideen lebendig werden
→ Atelier 1
Engagiert in der Gesellschaft – und dabei besser lernen. Mit Service-Learning Begabungen fördern
→ Atelier 2
Netzwerke für ganzheitliche Bildung – die Bildungslandschaften
→ Atelier 3
Schulhaus Sekundarschule Romanshorn-Salmsach, Neugestaltung des 9. Volksschuljahres/ 3. Sek
→ Atelier 4
Heterogenität als Chance sehen – Arbeiten und Lernen an der Sekundarschule Sandgruben, Basel
→ Atelier 5
15.30 Uhr Ende der Tagung

 

Kosten der Tagung (inklusive Mittagessen):
Netzwerk-Mitglieder: CHF 100.–
Nichtmitglieder: CHF 120.–
Studierende (mit Legi-Kopie): CHF 50.–

 

Anmeldungen bis 2. November 2018

 

→ zur Anmeldung

 


A5 | Heterogenität als Chance sehen – Arbeiten und Lernen an der Sekundarschule Sandgruben, Basel

Präsentation: Götz Arlt, Mitglied Schulleitung Sek Sandgruben und Projektleiter Erfahrungsschule

Sie lernen eine Schule kennen, die der herausfordernden Heterogenität der innerstädtischen Schülerschaft pädagogisch mit Durchmischung begegnet. In Lernateliers, Unterricht in Spezialräumen, reflektierendes Lernen und die pädagogische Einheit werden die Kompetenzen gezielt geschult. Genauere Infos zum Modell findet man unter: http://www.sek-sandgruben.ch/ausrichtung. Je nach Anliegen der Teilnehmer werden ferner thematisiert: Motivation zu dieser Schulentwicklung, Gestaltung des Change Prozesses, einzelne Aspekte des Konzepts, aktuelle Herausforderungen, das damit verbundene Neubauprojekt.


A4 | Schulhaus Sekundarschule Romanshorn-Salmsach, Neugestaltung des 9. Volksschuljahres/ 3. Sek

Präsentation: Markus Villiger, Schulleiter; Jürg Marolf, Teamleiter

Zwei Schulanlagen, durchlässige Sekundarschule, wirtschaftliche und betriebliche Herausforderungen, schwankende Schülerzahlen, Anforderungen der nachfolgenden Stufe (Sek II), Lehrpersonentypen, … diesen Herausforderungen stellten wir uns. Die konsequente Umsetzung der Idee „Neugestaltung des 9. Volksschuljahres“ war die Folge … und die Antwort darauf. In unserem Workshop werden wir unsere Schule vorstellen, in einer Rückschau die Chancen und Risiken des Projekts mit dem damaligen Arbeitstitel „12-3“ diskutieren sowie die Möglichkeiten einer Weiterentwicklung aufzeigen.



A3 | Netzwerke für ganzheitliche Bildung – die Bildungslandschaften

Präsentation: Rita Schweizer, Programmleiterin Bildungslandschaften Schweiz, Jacobs Foundation

Kinder bilden sich überall – in der Schule, in der Freizeit, in der Familie. Wir können dieses Lernen einfach geschehen lassen, oder wir können die Kinder gezielt dabei unterstützen. In lokalen Bildungslandschaften schliessen sich die Akteure der informellen Lernwelt, des ausser-schulischen Bereich und der Schule in einem von der Politik getragenem und von der Verwaltung unterstützen Prozess zusammen um die Zusammenarbeit und damit die Bildungsmöglichkeiten systemisch zu verändern – zum Wohl des Kindes.


A2 | Engagiert in der Gesellschaft – und dabei besser lernen. Mit Service-Learning Begabungen fördern

Präsentation:Ursula Huber, Projektleiterin Schweizer Zentrum Service-Learning; Regula Immler, Lehrerin an der SBW Secundaria Häggenschwil


Die Schüler/innen der Sekundarschule Häggenschwil entwickeln mit „Tomorrow – die Welt ist voller Ideen“ laufend Projekte, mit denen sie sich gesellschaftlich und ökologisch engagieren. Die Projekte entstehen direkt aus dem Unterricht heraus. Pädagogische Basis ist Service-Learning, eine projektorientierte Unterrichtsmethode, die ein Engagement (> Service) mit der Schulung fachlicher und überfachlicher Kompetenzen (> Learning) verbindet. Die Teilnehmenden lernen die Grundlagen von Service-Learning kennen, erhalten Einblick in das Projekt der Schule Häggenschwil und bekommen zahlreiche Tipps für die Gestaltung eigener Projekte.


A 1 | Robotik - Wenn Ideen lebendig werden

Präsentation: Urs Leo Meier, Dozent für Medien und Informatik, Pädagogische Hochschule Luzern

Mit Robotik können Lösungsstrategien für Probleme ausprobiert, getestet und in einem physikalischen Körper umgesetzt werden. Interaktion zwischen Sensoren und Aktoren stellen eine grosse Herausforderung dar. Informatikprojekte ermöglichen eine sehr grosse Individualisierung und eignen sich deshalb sehr gut für die Begabtenförderung. Der Workshop bietet Gelegenheit verschiedene Robotertypen kennenzulernen und einen Einblick in den didaktischen Einsatz im Förderunterricht zu erhalten. Mit den Robotermodellen können kleine Probleme gelöst und so erst Programmiererfahrung erworben werden. Weiter werden aktuelle Projekte im Bereich Informatischer Bildung vorgestellt.


R2 | Digitale Spiele als Experimentierfeld für komplexes Denken: Kriteriengeleitete Auswahl und didaktische Einbettung

Prof. Dr. Dominik Petko, Prorektor für Forschung und Entwicklung und Leiter des Instituts für Medien und Schule an der PH Schwyz

Heute existiert eine riesige Palette digitaler Spiele, bei denen aus pädagogischer Sicht oft allzu schnell zwischen potenziell wertvollen Lernspielen und tendenziell wertlosen Unterhaltungstiteln unterschieden wird. Dabei können sich unter Umständen auch unterhaltungsorientierte Spiele für schulisches Lernen eignen. Insbesondere wenn – wie in der Begabungs- und Begabtenförderung – komplexes Denken und Problem-lösen gefragt ist, lassen sich mit unterhaltungsorientierten digitalen Spielen anregende Lernumgebungen gestalten. Hierzu braucht es allerdings eine gezielte und kriteriengeleitete Auswahl geeigneter Games und passende didaktische Begleitaktivitäten, um die impliziten Potenziale explizit zu machen. Im Vortrag werden exemplarische Ansätze vorgestellt.


R1 | «Breitbandpotenziale treffen auf Schmalspurprogramme» - Begabungsförderung in der lernenden Gemeinschaft ... und darüber hinaus!

Prof. Victor Müller-Oppliger, Professor für Pädagogische Psychologie und Didaktik; Leiter des European Talent Centers Switzerland

Die heterogenen Fähigkeiten unserer Schüler/innen erfordern differenzierende Lernanlässe: Im Klassenunterricht, aber auch durch klassenübergreifende Förderformate und eine Flexibilisierung individueller Lernpfade. Individuelle Potenziale sollen in der Gemeinschaft optimal gefördert werden (LP 21). Die einzelne Lehrperson und der Klassen-unterricht sind damit oft überfordert; sie sind aber Dreh- und Angelpunkte der Talententwicklung. Das Referat zeigt praxiserprobte Modelle der Begabungs- und (Hoch-)Begabtenförderung. Beispiele der Leistungs-differenzierung in der Klasse (adaptive Lernumgebungen) werden ebenso dargestellt wie unterrichtsergänzende spezifische Programme für Leistungsstarke, individuelles «Mentoring» und die Kooperation mit ausserschulischen Förderorten. Dazu gehören auch Synergien und Übergänge mit vorangehenden und nachfolgenden Schulstufen.