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Gemeinsame Tagung des Netzwerks Begabungsförderung und des LISSA-Preises

Exzellenzförderung/Förderung von Hochbegabung: interdisziplinäre Perspektiven auf Motive, Diagnose und Fördermöglichkeiten


Samstag, 2. November 2019, 9.45 - 16.00 Uhr
Alte Kantonsschule, Bahnhofstrasse 91, Aarau (→ Lageplan)
Bitte benützen Sie die öffentlichen Verkehrsmittel oder den Bahnhofparking.

Tagungsthema

Wer kennt sie nicht, die verschiedenen medialen Darstellungen von Hochbegabten: sei es als menschenscheue Nerds, zerstreute Professorinnen/Professoren oder als Überflieger/innen mit Bestnoten. Diese Beschreibungen widerspiegeln aber nicht die Realität, sondern vielmehr Klischees und laienhaften Vorstellungen von Hochbegabung (vgl. Preckel & Vock, 2013). Auch im Schulalltag beherrschen diese Klischees oft immer noch den Umgang mit besonders begabten Kindern.

Entgegen der häufig verbreiteten Vorstellung, dass sich Hochbegabte selbst helfen könnten, brauchen auch sie angemessene Förderung, damit sich ihre Exzellenz richtig entfalten kann. Diese Förderung kann sowohl in den Schulen als auch in ausserschulischen Angeboten stattfinden. Es stellen sich die Fragen, wie die Regelschulen ihre Ressourcen organisieren könnten, um die Kinder und Jugendlichen ihren Potenzialen entsprechend bestmöglich zu fördern oder wie sichergestellt werden kann, dass diese Förderung auch den richtigen Kindern zur Verfügung steht. Diese Herausforderungen und weitere Blickwinkel werden an der gemeinsamen Tagung des Netzwerks Begabungsförderung und des LISSA-Preises beleuchtet.

Programm

Dieses Jahr haben Sie die Möglichkeit, das Thema Exzellenzförderung aus vielen verschiedenen Blickwinkeln zu erfahren. Am Morgen erhalten Sie jeweils eine «Kostprobe» in Form eines Kurzbeitrags und am Nachmittag haben Sie die Möglichkeit, einen Workshop zur Vertiefung eines Referatsthemas zu besuchen. Eine Anmeldung für die Workshops ist im Voraus nicht notwendig. Sie entscheiden vor Ort.

Zum Abschluss der Tagung laden wir Sie zu einem gemeinsamen Ausklingen der Tagung ein.

Wir freuen uns, mit Ihnen auch auf insgesamt 35 Jahre Netzwerk Begabungsförderung und LISSA-Preis anzustossen.

Tagungsflyer (PDF)

Ablauf

ab 9.15 Uhr

Einschreibung, Empfangskaffee, Networking
9.45 Uhr 

Begrüssung, organisatorische Details 

10.00 Uhr
Referat 1: Bildungspolitik 

Dr. Beat A. Schwendimann, Leiter Pädagogische Arbeitsstelle LCH

→ Referat 1
10.20 Uhr Referat 2: Perspektive Schulführung 

Niels Anderegg, PH Bern

Referat 2
10.40 Uhr
Referat 3: Perspektive psychologische Diagnostik

Peter Sonderegger, Leiter Geschäftsleitung Erziehungsberatung Kanton Bern

→ Referat 3

11.00 Uhr Pause

11.20 Uhr

Referat 4: Perspektive Wirtschaft 

Dr. Klara Sekanina, Direktorin Schweizerische Studienstiftung

→ Referat 4

11.40 Uhr Referat 5: Perspektive Sonderpädagogik 

Dr. Letizia Gauck, Universität Basel

→ Referat 5

12.00 Uhr Referat 6: Perspektive pädagogische Diagnostik 

Reto Zubler, Schulamt Stadt Zürich

→ Referat 6

12.30 Uhr Mittagessen und Networking
14-15.30 Uhr 6 Workshops zu den 6 Referaten am Morgen
15.30 Uhr Apéro 

 

Kosten der Tagung (inklusive Mittagessen):
Netzwerk-Mitglieder, CAS- und MAS IBBF und SHP Studierende: CHF 120.–
Nichtmitglieder: CHF 140.–
Studierende (mit Legi-Kopie): CHF 50.–

 

Anmeldeschluss: 30. Oktober 2019

zur Anmeldung

 


Referat 6 | Perspektive «pädagogische Diagnostik»: Das neue Konzept der Begabungs- und Begabtenförderung der Stadt Zürich mit dem neu entwickelten Identifikationsinstrument

Präsentation: Reto Zubler, Vizedirektor Schulamt, Bereichsleiter Pädagogik, Stadt Zürich; Workshop in Co-Leitung mit Victor Müller-Oppliger, Pädagogische Hochschule FHNW

Als Grundlage wird das neue Konzept der Begabungs- und Begabtenförderung der Stadt Zürich vorgestellt. Die Schülerinnen und Schüler sollen entlang ihrer Begabungsdomäne gefördert werden. Das System passt sich somit den Schülerinnen und Schülern an. Ein besonderes Augenmerk gilt der Identifikation der begabten Schülerinnen und Schüler. Diese richtet sich nicht nach einem IQ-Test. In Zusammenarbeit mit Victor Müller-Oppliger wird ein neues Instrument entwickelt, das die Lehrpersonen bei der mehrdimensionalen Betrachtung der Schülerinnen und Schüler unterstützt. Im Referat werden Konzept und Instrument kurz vorgestellt und im Workshop am Nachmittag werden die Inhalte zusammen mit Victor Müller-Oppliger vertieft


Referat 5 | Perspektive «Sonderpädagogik»: «Multiexceptional» – Entwicklung im Spannungsfeld mehrfacher Abweichung von der Norm

Präsentation: Dr. Letizia Gauck, Leiterin Zentrum für Entwicklungs- und Persönlichkeitspsychologie (ZEPP), Universität Basel

Psychische Auffälligkeiten und Lernstörungen sind bei besonders begabten Menschen genauso häufig wie bei durchschnittlich begabten Personen. Es ist aber anspruchsvoller, die Begabungen und die Schwierigkeiten zu erkennen, da der/die Begabte die Stärke nutzen kann, um die Schwierigkeit zu kompensieren. Deshalb werden diese Schülerinnen und Schüler häufig nicht oder erst sehr spät adäquat gefördert. Weil sie meist über- oder unterfordert sind, können sie kein stabiles Selbstkonzept entwickeln; ihre Motivation lässt nach, wenn die Schulleistung (oft trotz Anstrengung) nicht den Erwartungen entspricht. Was können Sie als Lehrpersonen und Schulverantwortliche tun, die Bedürfnisse dieser Lernenden früher zu erkennen? Im Inputreferat erhalten Sie einen Überblick zur Identifikation und Förderung. Im Workshop werden verschiedene Themen vertieft, z.B. besondere Begabungen in Kombination mit Aufmerksamkeitsstörungen oder Autismus-Spektrum-Störungen


Referat 4 | Perspektive «Wirtschaft»: Exzellenzförderung im Interesse des Standortes Schweiz oder der ganzen Gesellschaft?

Präsentation: Dr. Klara Sekanina, Direktorin Schweizerische Studienstiftung

Unsere Welt ist auf Menschen angewiesen, die Verantwortung übernehmen und für die Probleme von heute tragfähige Lösungen entwickeln. Gleichzeitig werden die Ansprüche im Beruf immer höher, die Spezialisierungen immer intensiver. Die Exzellenzförderung steht daher von allen Seiten unter Druck und muss klare Prioritäten setzen und ethischen Leitlinien folgen.


Referat 3 | Perspektive «psychologische Diagnostik»: Intelligenzdiagnostik – Sinn oder Unsinn?

Peter Sonderegger, Leiter Erziehungsberatung Kanton Bern, AKVB; Workshop in Co-Leitung mit Marianne Ettlin, Studiengangsleiterin CAS IBBF, PH Luzern

In diesem Referat werden Anwendungsmöglichkeiten von der Intelligenzdiagnostik aufgezeigt. Wann ist eine Intelligenzdiagnostik sinnvoll? Und was kann damit gemacht werden? Das sind die zentralen Fragen. Im Workshop werden die Inhalte des Referats vertieft. Weiter werden Intelligenzprofile von Schülerinnen und Schülern praxisnah betrachtet. Welche Massnahmen braucht ein begabtes Kind? Welche Massnahmen stehen zur Verfügung? Aufgrund einer gemeinsamen begabungsfördernden Haltung werden mögliche und machbare Fördermassnahmen zusammen erarbeitet.


Referat 2 | Perspektive «Schulführung»: Auf die Schulleitung kommt es an!

Niels Anderegg, Leiter Zentrum Management und Leadership, Pädagogische Hochschule Zürich

Die Schule hat die Aufgabe, jede Schülerin und jeden Schüler möglichst optimal zu fördern. Wer jedoch meint, dass dies die Aufgabe der Lehrpersonen sei und dass sich die Schulleitung um anderes kümmern soll, hat die Aufgabe und Funktion der Schulleitung nicht verstanden. Die Pädagogische Schulführung gehört zu den zentralen Aufgaben der Schulleitung und aller Führungspersonen von Bildungsorganisationen. Dabei zeigt sich, dass sich die Förderung von Exzellenz nicht nur auf die Schülerinnen und Schüler beschränkt. Grundlage des Referats und des Workshops sind Resultate und Erkenntnisse aus einem Forschungsprojekt, welches das Handeln von Schulleitungen an den Siegerschulen des Deutschen Schulpreises untersucht.


Referat 1 | Perspektive «Bildungspolitik»: Förderung von Begabungspotenzialen als Grundauftrag aller Schulstufen. Wie steht es um die Umsetzung?

Dr. Beat A. Schwendimann, Leiter Pädagogische Arbeitsstelle LCH

Begabungs- und Begabtenförderung ist auch für Lehrpersonen ein wichtiges Thema. Der LCH hat dazu ein Positionspapier verabschiedet, welches festhält, dass die Entwicklung der Potenziale jeder Schülerin und jedes Schülers zur Umsetzung in konkreten Leistungen dem Ziel des Kompetenzaufbaus im Lehrplan 21 entspricht. Dazu gehört auch die Förderung von Schülerinnen und Schülern mit hohen Potenzialen im Rahmen der Begabtenförderung. Das Positionspapier stellt fünf Forderungen auf, welche zur Umsetzung von Begabungspotenzialförderung notwendig sind. Das Referat stellt die Entstehung und die Forderungen des Positionspapiers vor. Im Workshop wird gemeinsam diskutiert, wie es um die Umsetzung der Forderungen des LCH in verschiedenen Kantonen steht, welche Akteure involviert sein müssen und was getan werden sollte.