Aktuelles - Tagung 2002

Zweites öffentliches Treffen des Netzwerkes Begabungsförderung
15./16. März 2002

 

Zu einzelnen Ateliers finden Sie teilweise weiterführende Materialien, oder die Mail-Adressen der Atelier-Leitenden, die Ihnen weitere Auskünfte erteilen können.


«Mathematik tun» als kreatives Erlebnis

Sie werden Aufgaben mit offenen Fragestellungen aus verschiedenen Bereichen der Mathematik kennen lernen. Anhand von Beispielen werden Sie selber erleben, wie Sie (und später Ihre Schülerinnen und Schüler) gute Mathematik-Aufgaben erkennen und auf verschiedenen Abstraktions-Niveaus bearbeiten können. Herausfordernde anregende Aufgaben-stellungen fordern und fördern das mathematische Denken. Durch das Variieren und Verallgemeinern von Aufgaben entstehen neue Fragen. Es ist für Sie als Lehrende wichtig, selbst zu erfahren, wie man mit Mathematik-Aufgaben kreativ umgehen kann, damit Sie vorhandenes Potential erkennen und Lernende weiter anregen und fördern können.
Leitung: Monika Doebeli, dipl.math.ETH, MathematikAtelier St.Gallen


Robotik

Wie einfachen kleinen Robotern das Gehorchen gelehrt wird, kann mit eigener praktischen Erfahrung umgesetzt werden. Ohne dass Sie über grosse Computerkenntnisse verfügen, kann Ihr Modell schon bald an einem beliebigen Ort ausführen, was Sie ihm aufgetragen haben. Erleben Sie, wie Robotik mit Schülerinnen und Schülern verschiedenen Alters mit unterschiedlichem Wissenstand ein solches Projekt angehen können. Robotik eignet sich für Projektwochen, Projektunterricht und auch für Kinder mit besonderen Begabungen.

Leitung: Beat Michel, Oberstufenlehrer


Problemlösendes Lernen im Mathematikunterricht – ein Thema nicht nur für Hochbegabte

Inhaltliche Ziele: Aktive Auseinandersetzung mit Denkstrategien von Kindern, mit offe-nen Aufgabenstellungen und unterschied-lichen Lö-sungs-wegen, Erarbeiten eines Anforde-rungsprofils für Problemlöse-Auf-ga-ben sowie Formulierung von Bedingungen zur Förderung kognitiver Stra-tegien. Didaktische Ziele: Methoden zur inneren Differenzierung kennen lernen und im Unterricht anhand geeigneter Lehr– und Lernformen umsetzen können.

Leitung: Dieter Blum


Lesen und Schreiben mit Büchern und am Bildschirm. Begabungsförderung in multimedialen Umgebungen

Wie muss Lese- und Schreibförderung arrangiert werden, damit sie den langsam lernenden und den hochbegabten Kindern und Jugendlichen genügend Herausforderungen und Unterstützung bietet? Erfahrungen zeigen, dass reichhaltige Lernumgebungen mit neuen und traditionellen Medien die Lese- und Schreibtätigkeit vielfältig anregen. Der Workshop zeigt Ergebnisse und Materialien aus dem Projekt «Lernen im Kontext neuer Medien» (mehr Informationen s. www.literalitaet.ch). Es sind Vorschläge, die in der Primarschule und der Sekundarstufe I erprobt worden sind.

Leitung: Andrea Bertschi, Dr. phil. I; Lehrerinnen und Lehrer aus dem Projekt

Unterlagen


Förderung der visuell-räumlichen Begabung

Ziel des Projektes ist die Entwicklung und Erprobung von strukturierten, reichhaltigen Aufgabenreihen (Lernsettings), mit denen die Förderung der visuell-räumlichen Begabung bei schwachen bis hochbegabten Kindern wirkungsvoll ange-gangen werden kann. Wir präsentieren bereits erprobte Auf-gabenreihen mit didaktischen Materialien und Dokumenten von Kinderzeichnungen und stellen Unterlagen vor, anhand derer die bildnerisch-gestalterischen Leistungen von Kindern hin-sichtlich visuell-räumlicher Begabung eingeschätzt wurden. Anhand von kommentierten Bilddokumenten und Video-Aus-schnitten können Sie Einblick nehmen in die Erprobungen mit Kindern.
Leitung: Edith Glaser-Henzer, Didaktikerin Bildnerische Gestaltung


Philosophische Gespräche mit Kindern...
...über Gott und die Welt und uns selbst mitten darin

Wie interessieren wir Kinder für das, was unser Leben wert- und sinnvoll macht? Wie beteiligen wir sie an der Suche danach? Es werden Beispiele vorgestellt und zum Teil andiskutiert aus den Themenbereichen von Anthropologie, Ethik, Religionsphilosophie oder Metaphysik, wie z.B.:«Wer sind wir Menschen eigentlich?» / «Wie sollen wir leben?» / «Woher kommt die Welt?» / «Wozu gibt es die Zeit?»
Sie lernen dabei methodisches Handwerkszeug, Kinderbücher und Lehrmaterialien für das Philosophieren mit Kindern im Kindergarten- und Primarschulalter kennen.
Leitung: Eva Zoller Morf, Philosophie- und Religionspädagogin, lic.phil.I


Die neun Intelligenzbereiche

Wie erkenne ich Begabung? Howard Gardner erkennt im menschlichen Intelligenzpotential neun Begabungsbereiche. Diese Definition der vielfältigen Intelligenzen öffnet uns die Augen für die begabungsfördernde Beobachtungshaltung. Durch geschickte Aufgabenstellungen und anregende Lernangebote eröffnen wir Spielraum für die bevorzugten Lernwege und für die flexible Anpassung des Schwierigkeits-grades. Praxisbeispiele, Checklisten und praktische Übungen inspirieren für den eigenen Klassenunterricht.
Leitung: Esther Stokar-Bischofberger, Werk-/Primarlehrerin


Denktraining im Klassenzimmer

«Sie stehen vor dem 18. Loch und haben die exzellente Chance, das Golfturnier zu gewinnen. Ihr Ball ist ganz nahe ans Green geflogen, aber in einen weggeworfenen kleinen Papiersack gerollt. Wenn Sie den Sack berühren, wird es sie einen Strafschlag kosten. Wenn sie den Ball mit dem Sack spielen haben sie keine Kontrolle über den Schlag. Wie lässt sich das Problem lösen???»
Wie gelingt es, Kindern Spass am Denken zu vermitteln, so dass sie Freude haben, Verantwortung für ihr eigenes Denken zu übernehmen? Das Atelier zeigt praktische Beispiele, wie verschiedene Denkstrategien eingeübt werden können.
Leitung: Urs Eisenbart, Primarlehrer und Enrichment-Spezialist


Begabungsförderung im Vorschulalter

Das Kind im Vorschulalter zeigt eine fast ungebändigte Freude am Lernen. Lernblockaden sind noch kaum vorhanden und das Kind wird von seinem Neugierdeverhalten vorangetrieben und «gelenkt». Das Ziel einer frühen Begabungsförderung ist, eine reiche Lernumgebung mit vielen Interessengebieten zu schaffen. Das Kind soll sich darin frei bewegen und sich dort vertiefen, wo seine Aufmerksamkeit es hinlenkt. Das Seminar zeigt auf, wie sie als Lehrperson eine solche Lernumgebung schaffen können und wie sie gemachte Beobachtungen vor allem im Hinblick auf Begabungen auswerten können. Als theoretischen Hintergrund dienen Howard Gardners Intelligenzen und die Lernstil-Pyramide von Dunn und Prashnig, die grosses Verständnis für die verschiedenen Lernvoraussetzungen schafft.
Leitung: Gabriela Speck, Kindergärtnerin (Montessori- Zusatzausbildung)


Integrative und teilintegrative Begabungsförderung

Alle kennen die Not derer, denen es «ablöscht», weil sie dem Schulstoff nicht folgen können. Hier haben wir viele Hilfen entwickelt. Wie ist es mit der Not derjenigen, die am Schulstoff verzweifeln, weil sie unterfordert sind? Im Atelier befassen wir uns mit Methoden, solche Kinder zu erkennen (Vortest/Assessment), sie zu entlasten (Compacting) und neu zu begeistern (Enrichment). Unsere zentrale Fragestellung lautet: Wie arbeiten wir ideal als ISF-Lehrkraft oder als Lehrkraft einer Begabungs-förderungsgruppe (Pull-out ), um zu erreichen, dass Begabungsförderung nicht nur einer kleinen Anzahl von Kindern zugute kommt?
Leitung: Elisabeth Müller


Das Joner-Begabungsförderungsprojekt - aus der Praxis für die Praxis

Das Atelier gibt Einblick auf drei Ebenen in das seit rund fünf Jahren mit Erfolg funktionierende Projekt auf der Primarstufe:
- Projektierung (Ausgangslage, «Why change»-Frage, Zielsetzung), Realisierung, schulpolitische Überlegungen und finanzielle Aspekte
- Organisation, Abläufe, Angebote, Resultate der Befragungen der Schülerinnen und Schüler, aus der Sicht der Lehrpersonen, Probleme und Schwierigkeiten
- Konkrete Beispiele aus dem Lernforum Jona: naturwissenschaftlich-mathematischer Bereich, sprachlicher Bereich, künstlerisch-musikalischer Bereich
Leitung: Thomas Rüegg, lic.phil. I, Primarschule Jona


Lernumgebungen für Rechenschwache bis Hochbegabte

Lernumgebungen sind Aufgaben, welche auch für langsam Lernende zugänglich sind. Dank ihrer inhaltlichen Reichhaltigkeit bieten sie aber Forderungen auf höherem Niveau an bis hin zur Hochbegabung. Das Niveau der Aufgabenbearbeitung bestimmen die Kinder selber. Im Rahmen eines mehrjährigen Projekts werden Lernumgebungen zu den zentralen Themenkreisen der Primarschulmathematik gemeinsam mit Lehrpersonen und Lehrerstudentinnen entwickelt und erprobt. Grundlage der Arbeit ist das Projekt «mathe 2000» der Universität Dortmund, aus welchem das Zahlenbuch hervorgegangen ist, das in fast allen Kantonen der Deutschschweiz als Lehrwerk zugelassen ist.
Leitung: Elmar Hengartner, Dozent HPL/FHPäd des Kt. Aargau; Lehrpersonen aus dem Projekt


Lernsoftware zur Begabtenförderung

Im Atelier werden voraussichtlich fünf Software-Produkte vorgestellt und kommentiert. Anschliessend besteht die Möglichkeit, diese und weitere Lernsoftware selbst zu testen.
Leitung: Cornelia Biffi, Pestalozzianum, Zürich


Enrichment im Geschichtsunterricht

Im Atelier «Enrichment im Geschichtsunterricht» werden zuerst Instrumente zur Diagnose von besonderer fachspezifischer Begabung vorgestellt: Woran zeigen sich überdurchschnittlich hohe Fähigkeiten, Motivation und Kreativität im Umgang mit Vergangenem? Anschliessend werden erprobte Arrangements zur fachspezifischen Begabungsförderung vorgestellt und diskutiert: Welche Möglichkeiten von Einzelangeboten, von Beschleunigung und von Gruppenangeboten gibt es im Geschichtsunterricht? Die Teilnehmenden bekommen im Atelier konkrete Unterlagen zur Diagnose und Unterrichtsgestaltung für ihren Schul- und Erziehungsalltag.
Leitung: Peter Gautschi, Didaktiker und Lehrer


Das Portfolio als Förderinstrument

Die Frage, wie Schülerinnen und Schüler uns zeigen können, was sie wissen und wozu sie effektiv fähig sind, steht im Zentrum der Arbeit mit Portfolios: Die Kinder dokumentieren mit geeigneten Lernprodukten ihre Lernfortschritte, reflektieren und entwickeln ihren eigenen Lernprozess weiter. Portfolios wirken sich damit positiv auf die Motivation und das Selbstwertgefühl der Schülerinnen und Schüler aus. Heute orientiert sich Unterricht immer mehr an den individuellen Bedürfnissen und Begabungen der Kinder. Damit drängt sich das Portfolio auch als förderorientiertes Beurteilungs-instrument auf. Das Atelier gibt Einblick in die faszinierenden Möglichkeiten des Portfolios und verschafft konkrete Impulse, wie dieses im Klassenzimmer eingeführt werden kann.
Leitung: Beat Schelbert, Orientierungsstufenlehrer, Begabungspädagoge


Das Stanser Schulmodell - Beispiel einer begabungsfördernden Schule?

Individualisierender Unterricht, Gemeinschaftsbildender Unterricht. Integativer Unterricht. Das sind die drei zentralen Kennzeichen des Stanser Schulmodells, das auf den Erfahrungen des «Entwicklungsprojekt Stanser Primarschule (EPS)» basiert, das 1991 gestartet wurde. Bereits im EPS-Konzept ist festgehalten, dass auch Kinder mit besonders hohen Begabungen vom Unterricht profitieren sollen, auch wenn die Integration von bisherigen Kleinklassenkindern Ausgangspunkt des Projektes war.
Das Atelier gibt Einblick ins Stanser Schulmodell und lädt ein zum Nachdenken darüber, wie weit dieses Modell dem Anspruch einer begabungsfördernden Schule entspricht.
Leitung: Heinz Häberli, Schulischer Heilpädagoge


Man sieht nur mit dem Herzen gut...

Wie fördern wir die «Emotionale Kompetenz» unserer Kinder?
Viele Probleme des Zusammenlebens in Familie, Schule, Beruf und Gesellschaft entstehen, weil bei Schwierigkeiten oft unkontrollierte Gefühle aufbrechen. Eine «vernünftige» Kommunikation scheint nicht mehr möglich. Wie können wir Vernunft und Gefühl zusammen bringen? Wie unterstützen wir Kinder in ihrer emotionalen Kompetenz? Wie kann das Philosophieren dabei nützen?
Sie lernen die Methode der «sokratischen Hebammenkunst» kennen und üben sie an Beispielen, die mit Kindern unterschiedlichen Alters in ähnlicher Weise durchführbar sind..
Leitung: Eva Zoller Morf, Philosophie- und Religionspädagogin lic.phil.I
Weitere Informationen: www.kinderphilosophie.ch


Forschendes Lernen

Forschendes Lernen als eine konsequente Form des individuali-sierenden Unterrichts ermöglicht sowohl besonders begabten als auch weniger oder durchschnittlich begabten Kindern ein Lernen auf eige-nen Wegen und ist somit eine äusserst begabungsfördernde Unter-richtskonzeption. Zudem ist forschendes Lernen eine Unter-richts-konzeption, die in verschiedensten Fachbereichen eingesetzt werden kann. Im Atelier geht es zuerst um die für das forschende Lernen notwendige Grundhaltung der Lehrperson. Anhand eines konkreten Beispiels soll die Unterrichtskonzeption dann von den Teilnehmenden selbst erlebt und reflektiert werden.
Leitung: Esther Brunner, Lehrerin/ Specialist in Gifted Education, Leiterin Schulversuch Fördertag TG

Unterlagen


Compacting und Enrichment

Compacting (auch «Komprimierung») ver-kürzt die Übungs-phase für diejenigen Kinder, die einen Lernstoff bereits vor der Einführung teilweise oder ganz beherrschen. Dank dieser Methode wird Zeit frei für anreichernde Massnahmen. Ausgehend vom Schulischen Enrichment Modell (SEM) und den neun Intelligen-zen nach Gardner bieten sich viele konkrete Förder-möglichkeiten an. Das Atelier bietet Einblick in ein Klassenzimmer, in dem mit Compac-ting und Enrichment unterrichtet wird. Das Erarbeiten und Be-sprechen von konkreten Unterrichtsideen und -materialien sollen helfen, das Gelernte in Klassenzimmer und Schule umzusetzen.
Leitung: Reto Ardielli-Wolleb, Primarlehrer, Schulleiter «clix - die schule», Stäfa, Tagesschule für integrative Begabungsförderung


Begabungsförderung auf der Unterstufe

Kinder werden mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen eingeschult. Viele von ihnen haben schon zu Beginn des Schuljahres einen Teil des Erstklassstoffs gemeistert. Hier wird ein differenzierter Unterricht besonders für begabte Kinder wichtig. Auch Schulan-fängerinnen und -anfänger können ihre Lernfortschritte in einem Portfolio dokumentieren, sie werden dadurch zum Lernen angeregt und motiviert. Es ist sinnvoll, Unterstufenschülerinnen und -schülern verschiedene Denkstrategien zu vermitteln, da diese gut verinnerlicht werden können. Das Atelier zeigt mit praktischen Beispielen auf, wie auf der Unterstufe der differenzierte Unterricht eingeführt werden kann.
Leitung: Nicola Bennett Neukom, Primarlehrerin


Aufstieg zum MATH-erhorn: Mathematikabenteuer für Primarschulkinder

Die Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer lernen eine Anzahl mathematischer Problemstellungen kennen, die sich in der Praxis als sehr ergiebig erwiesen haben und viel mathematischen Spielraum zulassen. Nach einigen Überlegungen, was denn mathematisches Denken überhaupt beinhalten könnte, suchen (und finden!) wir zahlreiche Möglichkeiten, herkömmliche Rechenbuchseiten in mathematische Entdeckungsreisen zu verwandeln. Abschliessend gibt eine Sammlung mathematischer Spiele, guter Bücher und interessanter Software weitere Gelegenheit, Ideen zu sammeln und/oder weiter zu entwickeln.
Leitung: Thomas Schweingruber


Innere Differenzierung und Begabungsförderung

Leitung: Bernhard Hauser