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Begabung

 

Im Alltagsgebrauch wird der Begriff Begabung im Sinne vorhandener Fähigkeiten verstanden. Eine Person wird aufgrund von Beobachtungen beispielsweise als kognitiv oder als sozial begabt oder auch als musikalisch beschrieben. Häufig verbindet sich mit der Begabungszuschreibung zugleich auch ein Verständnis des Besonderen. Ein durchschnittlicher Klavierspieler wird in der Regel nicht als «begabt» beschrieben. Die Zuschreibung einer Begabung verweist daher auch auf ein → Potential, das gefördert werden könnte/sollte (→ Begabungsförderung). Schwierig wird es dann, wenn zugeschriebene Begabungen nicht oder nicht mehr «sichtbar» werden: Auch das Alltagsverständnis von Begabung kennt bereits die Differenz zwischen → Disposition und Leistung.
Im Rahmen verschiedener wissenschaftlicher Fachdisziplinen wie der Pädagogik bzw. der Pädagogischen Psychologie werden eindimensional-statische von mehrdimensional-dynamischen, stärker kontext-sensitiven Begabungsbegriffen unterschieden. Die jeweiligen Begabungsbegriffe sind als begriffliche Konzepte Teil von Begabungsmodellen. Beschränkt sich das Begabungsmodell auf die allgemeine Denkfähigkeit, so wird eine besondere (kognitive) Begabung zumeist an einem statistisch festgelegten Grenzwert in einem Intelligenztest (z.B. IQ ≥130) festgemacht. Neuere mehrdimensionale Begabungsmodelle schliessen dagegen ein breiteres Begabungsspektrum mit ein. Zu den Begabungsfaktoren zählen neben den intellektuellen Fähigkeiten dann auch etwa künstlerisch-kreative, technisch-praktische oder auch sozial-emotionale Fähigkeiten.


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