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Psychologische Diagnostik

 

Psychologische Diagnostik will unter Zuhilfenahme besonderer Verfahren zielgerichtete Informationen über die psychischen Merkmale eines (oder mehrerer) Menschen gewinnen. Der Prozess psychologischer Diagnostik umfasst die Klärung der Fragestellung, die Auswahl, Anwendung und Auswertung einzusetzender Verfahren, der Interpretation und Gutachtenerstellung sowie die Festlegung von Interventionen. Dabei interessiert nicht nur das Beschreiben und Erklären, sondern besonders das Messen psychischer bzw. psychologischer Phänomene. Im psychologisch diagnostischen Verfahren nehmen Tests denn auch eine wichtige Stellung ein. Diese wissenschaftlichen und standardisierten Routineverfahren haben die Untersuchung eines oder mehrerer empirisch abgrenzbarer Persönlichkeitsmerkmale im Fokus mit dem Ziel einer möglichst quantitativen Aussage über den Grad der individuellen Merkmalsausprägung in Bezug auf eine Vergleichsgruppe. Standardisierte Testbedingungen sollen dabei die überindividuelle Ver- gleichbarkeit der Ergebnisse ermöglichen und Störeffekte ausschalten.
Ein typisches Beispiel für den Einsatz eines psychometrischen Tests im Bereich der Begabtenförderung ist etwa der Einsatz des HAWIK IV-Intelligenztests zur Erfassung des IQ als Personenmerkmal und Teil-Indikator für hohe intellektuelle → Begabung. Über Tests hinaus verfügt die psychologische Diagnostik über weitere Verfahren wie die Anamneseerhebung, sowie verschiedene Verfahren der Exploration oder Verhaltensbeobachtung. Im Gegensatz zur Förderdiagnostik, die Lernprozesse und Entwicklungsverläufe in der Regel näher begleitet, beschränkt sich die psychologische Diagnostik oft auf die Feststellung eines Befundes zu einem bestimmten Erhebungszeitpunkt.


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