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Pädagogik der Vielfalt

 

Der Vorstellung einer inklusiven «Schule für alle» entspricht die Pädagogik der Vielfalt. Sie beinhaltet eine Abkehr von dualistischen und hierarchischen Einteilungen (Frauen vs. Männer, Nichtbehinderte vs. Behinderte, Einheimische vs. Fremde, Hochbegabte vs. Schwachbegabte). Dabei wird Vielfalt weder negiert noch als Defizit interpretiert oder als Differenz betont, sondern sie wird als gleichberechtigtes Miteinander des Verschiedenen gesehen. Das Konzept der Pädagogik der Vielfalt geht hervor aus dem Zusammendenken von Ansätzen wie der Koedukation (von Knaben und Mädchen), der interkulturellen Pädagogik (für Einheimische und [fremdsprachige] Zugewanderte) und des integrativen Unterrichts (mit Behinderten und Nicht-Behinderten), die sich jeweils nur mit einem Aspekt der Verschiedenheit auseinandersetzen. Die Pädagogik der Vielfalt berücksichtigt grundsätzlich die → Heterogenität der Lerngruppen und stellt sich auf die Verschiedenheit der Schülerinnen und Schüler ein. Dies setzt Zuständigkeit und Tragfähigkeit, Zusammenarbeit in unterschiedlich qualifizierten Teams und Kooperation mit den Eltern voraus. Pädagogik der Vielfalt umfasst auf der Haltungsebene die Bereitschaft zu Beziehung und Bindung, Vertrauen und Zumutung, auf der didaktischen Ebene ein ko-konstruktives Verständnis von Kompetenzaufbau und auf der organisatorischen Ebene viel Flexibilität in der Zusammensetzung der Lerngruppen und der Zusammenarbeit der Teams.


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